Freitag, 6. Januar 2012

Die Sonne und ich


Manchmal, da gibt es Tage, an denen hat selbst die Sonne keine Lust zu lachen.
Dann versteckt sie sich hinter den grauen Wolken und macht ein ganz grimmiges Gesicht.
Deshalb habe ich sie gestern zu mir eingeladen. Wir sind zusammen durch die Stadt gelaufen und haben uns die Menschen auf der Straße angesehen, wie sie durch den Regen hetzten und schimpften und kaum hervorsahen unter ihren grauen Regenschirmen. Die Sonne ist davon nur noch trauriger geworden. Sie mag es nicht, wenn alles grau und trüb aussieht.
Aber dann kam ein kleines Mädchen vorbei. Es trug einen leuchtend roten Mantel und drehte einen bunten Schirm in der Hand, so schnell, dass es aussah, als trüge es einen Regenbogen spazieren.
Das kleine Mädchen schimpfte nicht. Es lachte, hüpfte in die Pfützen und rief nach der Sonne, sie solle ihm vom Himmel aus dabei zusehen. - Es konnte ja nicht wissen, dass die Sonne gerade mit mir spazieren ging. Man erkennt sie nämlich kaum wieder, wenn sie so grimmig schaut.
Dann hat das Mädchen die Sonne an der Hand genommen - einfach so - und ihr gezeigt, wie man in die Regenpfützen springt, sodass es richtig spritzt. Erst war die Sonne vorsichtig und hat sich nicht so recht getraut. Aber dann hat es ihr doch Spaß gemacht.
Und am Ende hat sie sich von uns verabschiedet und sich wieder auf den Weg Richtung Himmel gemacht. Richtig vergnügt sah sie dabei aus.

Seitdem haben sich die grauen Wolken am Himmel verzogen und die Menschen auf der Straße können ihre Regenschirme zu Hause lassen.
Weil die Sonne endlich wieder lacht.

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