Freitag, 27. Mai 2011

Seifenblasenwelt

Manchmal, wenn mir die Welt zu stürmisch wird, wenn sie mich zu sehr durchschüttelt, dann ziehe ich mich zurück. Wie eine Schnecke in ihr Schneckenhaus.
Mein Schneckenhaus ist eine Seifenblase. Schillernd bunt und gerade groß genug für mich und alles, was ich bei mir haben will. Manchmal wird sie etwas größer, wenn etwas dazukommt. Manchmal schrumpft sie ein bisschen, wenn etwas herausgefallen ist. Aber das kommt selten vor. Im Moment ist sie sogar so groß, dass ich darin spazieren gehen kann. Auf grünen Wiesen, eine sanfte Brise im Haar und über mir ein Himmel aus Seifenwasser, bemalt mit pastellfarbenen Wolken.
Hier bin ich glücklich. Denn unter meinem Seifenwasserhimmel ist kein Platz für Sorgen. Sie müssen draußen bleiben und darauf warten, dass ich wieder hervorkrabble aus meiner Seifenblase. Aber das kann dauern. Denn gerade habe ich gar keine Lust auf sie - die Sorgen und Ängste, die mich zwicken wollen. Ich lasse mich lieber noch ein bisschen von meiner Sonne kitzeln, während meine Gedanken fliegen lernen und meine Träume am Himmel Regenbögen malen.
Darum lasst mir meine Seifenblasenwelt. Denn nur hier gibt es Vanilleeis mit Erdbeeren und roten Zuckerherzen. Hier fühlt sich alles richtig an, so wie es soll. Alles passt. Weil sie keine Ecken und Kanten hat, meine Seifenblase.
Und könnt ihr sie mir nicht lassen, dann gebt mir wenigstens rechtzeitig Bescheid. Wenn meine Seifenblase dann platzt, sitze ich längst auf meiner rosaroten Wolke und schaue der Welt beim Untergehen zu.

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