Montag, 11. April 2011

Ballade vom kleinen Hasen Moppel

Klein Moppel in der Häschenschule
Passt gut auf, benimmt sich fein.
Möcht‘ er doch dieses Jahr so gerne
Ein besond‘rer Hase sein.

»Na Osterhase will ich werden«,
Sagt er, als der Lehrer fragt,
»Weil alle Menschen lieb ihn haben -
Niemand solch ein Häschen jagt.«

Gelächter tönt im Klassenzimmer,
Alles kichert: »Grade du!
Du kannst ja nicht mal Eier tragen,
Nur am Futtern immerzu!«

Sogar der Lehrer rümpft die Nase:
»Osterhase willst du sein?
Das sind noch ungelegte Eier,
Schaffst du längst nicht ganz allein.«

Betrübt geht Moppelchen nach Hause,
Will nichts hör'n mehr von der Welt,
Als just durch jammervolles Stöhnen
Er auf halbem Wege hält.

Es ist das Haus des Oberhasen,
Lautes Jammern dort entspringt,
Des Alten, der die Ostereier
Jedes Jahr aufs Neue bringt.

Da schleicht sich Moppel schüchtern näher,
Klagen dringen zu ihm hin:
»Ach herrje, so viele Eier!
Was denkt jeder, wer ich bin?!«

»Entschuldigung, Herr Oberhase,
Warum schimpft Ihr so herum?«
»Ach Moppel, all die Schokolade
Macht den Rücken alt und krumm!«

»Ein Helfer käm‘ mir grad gelegen.
Hast du Zeit und Lust, mein Kind?
Die Arbeit macht sich dann viel leichter,
Wenn wir unter zweien sind.«

So zieht klein Moppel Seit‘ an Seite
Mit dem Osterhasen los
Und hilft verstecken bunte Eier
Hier im Grase, dort im Moos.

Wie bald schon sich die Kinder freuen!

Sammeln eifrig Naschwerk ein,

Viel mehr noch als in früh‘ren Jahren.
»Muss ein fleißig Häschen sein!«

Der alte Hase lobt den Kleinen:
»Moppelchen, welch flinker Spaß!
Bleibst weiter du so brav und tüchtig,
Bist bald du der Osterhas'.«

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