Mittwoch, 16. März 2011

Rosengarten

Ich ging spazieren in deinen Gedanken
Obwohl ich weiß, dass sie ein Rosengarten sind
Und Rosen Dornen tragen
Besonders die, die mich am neugierigsten machen

Sie erwachsen aus Erde, die Erinnerung heißt
Erinnerung an ferne Tage, glückliche, unglückliche
Längst vergangene Zeit, die in ihren Blüten zu Unendlichkeit reift
Erinnerung, die du mit jemandem teilst
Der nicht ich ist

Siehst du sie dir manchmal an, die Rosen
Gehst du noch zwischen ihnen spazieren
Tust du es gerade in diesem Moment
Sind sie vielleicht längst verdorrt
Oder kommst du noch regelmäßig, sie zu gießen

Ich habe dich nie um Worte gebeten über die Rosen, die in deinem Garten wachsen
Du ahnst nicht den Schmerz, den die Dornen hinterlassen
Wenn ich mich wieder einmal daran gestochen habe
Den ich nicht fühlen will
Nicht fühlen sollte

Die Wunde schmerzt, doch heraus fließt kein Blut
Nur Tränen suchen sich den Weg
Benetzen die Rosen, lassen sie wachsen
Stechen sie auch dich
Nässt auch du ihre Köpfe mit Tränen

Der Schmerz sitzt tief
Dort, wo der Dorn verschmutzt mit Fragen
In die Haut gedrungen ist
Die Wunde wird heilen, so wie alle anderen zuvor
Bis ich mich das nächste Mal steche

Die Fragen verbleiben unter der Haut
Pulsieren und rufen neuen Schmerz
Geboren aus Gedanken
Reißen die Wunde wieder auf
Wenn ich den Garten längst verlassen habe

Teile sie mit mir, die Geheimnisse deiner Rosen
Der roten wie der schwarzen
Teile sie mit mir
Damit sie mich nicht mehr verletzen können.

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