Samstag, 18. Dezember 2010

Alle Jahre wieder - Anekdoten von hinter der Ladentheke

18. Dezember

In den vierundzwanzig hektischsten Tagen des Jahres fällt es meist schwer, eine überzeugende Antwort zu finden auf den Motivationsspruch »Ich freue mich, weil ...«
Doch so turbulent und nervenaufreibend das Weihnachtsgeschäft auch sein mag, so gibt es doch hin und wieder die kleinen, oft versteckten Dinge, die das Buchhändlerherz vor Freude im Dreieck springen lassen. Oder zumindest fast.
Wenn man morgens kurz vor sieben durchgefroren und mit einer zarten Schneeschicht bedeckt den Laden durch die Hintertür betritt, freut es schon ungemein, eine vollständige Lieferung vorzufinden. Doch wenn einem aus der geöffneten Kiste auch noch eine Tafel Schokolade entgegenlacht, sieht der Morgen gleich viel heller aus. Die Freude darüber versiegt auch nicht, wenn man am Ende des Monats in »Merci« ertrinkt und auch, wenn aus der hundertsten Kalenderbestellung die hundertste Tüte Gummibären fällt, wird sich darüber keiner im Team ärgern. – Schließlich kann niemand etwas gegen die Wiederansiedlung bedrohter Tierarten sagen.
Doch es sind nicht nur die Gaumenfreuden, die dem Buchhändler den Tag versüßen: Wenn das regionale Bilderbuch, welches am Vortag in der Lokalzeitung beworben wurde, schon wieder ausgegangen ist, macht man sich schon zähneknirschend darauf gefasst, die interessierten Kunden bis nach den Feiertagen vertrösten zu müssen.
Umso lauter möchte man jubeln, wenn es vom Autor höchstselbst am anderen Ende des Telefons tönt:
»Brauchen Sie’s heute noch oder lieber morgen früh?«

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